Emil Ruder

Emil Ruder war ein Schweizer Typograf, Lehrer und Grafiker, sowie eine der führenden Personen der sogenannten Schweizer Typografie der 1950er Jahre.
1914 in Zürich geboren, absolvierte Ruder im Alter von 15 Jahren eine Ausbildung zum Schriftsetzer – zu einer Zeit, in der die Prinzipien der Neuen Typografie und des Bauhauses gerade gelehrt wurden. Nach einem Studienaufenthalt in Paris begann Ruder schließlich in den Klassen für Schriftsatz und Buchdruck von 1941 bis 1942 an der Kunstgewerbeschule in Zürich zu studieren.
Anschließend lehrte er ab 1942 an der Allgemeinen Gewerbeschule in Basel Typografie und wurde 1965 zum Direktor der Kunstgewerblichen Abteilung und des Gewerbemuseums ernannt. Diese Leitung übernahm er schlussendlich bis zu seinem Tod im Jahre 1970.
Während dieser Zeit verfasste Ruder zudem zahlreiche Artikel für die Typografischen Monatsblätter und war Mitbegründer des International Center for the Typographic Arts in New York. Außerdem war er Mitglied beim Schweizerischen Werkbund und der Association Typographique Internationale (AtypI). Man kann sagen, Emil Ruder war neben Jan Tschichold einer von wenigen Designern, die derart engagiert der Lehre und Praxis von Typografie gegenüberstanden.
Zudem verfasste er 1967 das Buch „Typographie“, in dem er seine Ideen, Methoden und Vorgehen für seine Arbeiten zusammenfasste. Weg von subjektiver, stilorientierter Typografie der Vergangenheit, hin zur präzisen Anwendung von Schrift, bei der Lesbarkeit und Kommunikation die Anwendung von Schrift bestimmen.
Weitere Charakteristika für die Schweizer Typografie waren zudem Klarheit, Lesbarkeit und Sachlichkeit – unter anderem durch die Verwendung von Groteskschriften, Rasterstrukturen, Weißräumen, asymmetrischen Layouts, sowie Typografie als ein hauptsächliches Designelement.
Rückblickend trug Emil Ruder maßgeblich zum Erfolg und zur Anerkennung der Schweizer Typografie bei. Dank seiner Vorkenntnisse zur typografischen Avantgarde der Vorkriegszeit, den zu seiner Zeit fortgeschrittenen Satz- und Drucktechniken, sowie dem festen Grundsatz: „Typography has one plain duty before it and that is to convey information in writing.“